TUINA-MASSAGE PUNKTMASSAGE
Tuina-Massage – Punktgenaue Berührung mit Tradition
Inhaltsverzeichnis:
Einleitung
Die Tuina-Massage, auch bekannt als chinesische Punktmassage, ist eine therapeutische Form der manuellen Medizin innerhalb der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Sie verbindet Akupressur, mobilisierende Griffe und energetische Stimulation zur Behandlung von Beschwerden und zur Gesundheitsvorsorge. Der Begriff „Tuina“ setzt sich aus den Grifftechniken „Tui“ (schieben) und „Na“ (greifen) zusammen.
Ursprung und Entwicklung der Tuina-Therapie
Tuina blickt auf eine über 2.000-jährige Geschichte zurück. Bereits in der Han-Dynastie wurde sie systematisch beschrieben und in der kaiserlichen Medizin praktiziert. Sie wurde ursprünglich zur Behandlung von orthopädischen Beschwerden, inneren Krankheiten und Kindererkrankungen eingesetzt und stellt heute eine eigenständige Therapiesäule der TCM dar.
Theoretische Grundlagen in der TCM
Tuina basiert auf den Prinzipien der TCM: Qi, Yin und Yang, sowie den Meridianen (Jing Luo). Durch gezielte manuelle Reize werden blockierte Energien gelöst, das Qi harmonisiert und die Organfunktionen über spezifische Punkte und Leitbahnen stimuliert. Tuina dient nicht nur der Linderung von Schmerzen, sondern auch der Prävention und Vitalisierung des gesamten Organismus.
Technik und Prinzipien der Punktmassage
Die Tuina-Massage umfasst über 30 verschiedene Grifftechniken wie Streichen, Kneten, Drücken, Klopfen oder Reiben. Bei der Punktmassage (Anfa, Dianfa) werden spezifische Akupressurpunkte gezielt behandelt, um gezielte Heilimpulse zu setzen. Die Auswahl der Punkte erfolgt individuell nach dem energetischen Muster des Patienten.
Die Anwendung erfolgt in rhythmischen, tiefgehenden Bewegungen, oft entlang der Meridiane. Ziel ist eine Reizwirkung, die sowohl lokal als auch systemisch wirkt – ähnlich wie bei der Akupunktur, jedoch ohne Nadeln.
Ablauf einer Tuina-Behandlung
Zu Beginn erfolgt eine Anamnese nach TCM-Kriterien. Anschließend nimmt der Patient in entspannter Lage Platz, meist im Sitzen oder Liegen. Die Behandlung dauert zwischen 30 und 60 Minuten. Je nach Beschwerdebild kommen entspannende oder aktivierende Techniken zum Einsatz.
Die Massage kann mit Kleidung erfolgen oder auf der Haut mit einem leichten Massageöl. Es entsteht oft ein Gefühl von angenehmer Tiefe und Lösung. Ziel ist die Wiederherstellung des energetischen Gleichgewichts.
Anwendungsgebiete der Tuina-Massage
Tuina wird bei akuten wie chronischen Beschwerden eingesetzt:
Muskuloskelettale Beschwerden: Nacken-, Schulter- und Rückenschmerzen, Ischialgie, Gelenkblockaden
Stressbedingte Symptome: Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Nervosität
Verdauungsprobleme: Reizmagen, Verstopfung
Menstruationsbeschwerden, Wechseljahresbeschwerden
Chronische Erschöpfung und Energiemangel
Tuina bei Kindern
Die Kindertuina ist eine besonders sanfte Form der Massage, angepasst an das kindliche Energiesystem. Sie wird bei Verdauungsproblemen, Infektanfälligkeit, Unruhe und Schlafstörungen eingesetzt. Eltern können einfache Griffe erlernen und zuhause weiterführen.
Abgrenzung zur westlichen Massage
Im Unterschied zur klassischen Massage zielt Tuina nicht nur auf die Muskeln, sondern auf das gesamte energetische System. Sie folgt den Leitlinien der TCM-Diagnostik, verwendet spezielle Akupunkturpunkte und wirkt gezielt auf die Organfunktionen. Zudem umfasst sie auch mobilisierende Techniken und Gelenkbehandlungen.
Kombination mit anderen TCM-Verfahren
Tuina lässt sich hervorragend mit Akupunktur, Moxibustion, Schröpfen oder der chinesischen Arzneimitteltherapie kombinieren. Auch Qi Gong übungen können die Wirkung unterstützen und stabilisieren.
Fazit
Die Tuina-Massage ist eine tiefgreifende, zugleich sanfte und energetisch wirksame Therapieform, die sowohl bei Beschwerden als auch zur Gesunderhaltung eingesetzt werden kann. Ihre Wurzeln liegen in der jahrtausendealten chinesischen Medizin, doch ihre Wirkung ist hochaktuell: Sie verbindet Berührung mit Heilkraft und spricht den Menschen auf allen Ebenen an.