Sieben emotionale Faktoren

Emotionen in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)

Wie Gefühle unsere Organe beeinflussen

In der TCM gilt der Mensch als Einheit aus Körper, Geist und Seele. Dabei spielen Emotionen eine zentrale Rolle in der Entstehung und Behandlung von Krankheiten – insbesondere in unserer modernen westlichen Welt, wo psychosomatische Beschwerden stark zunehmen.

Emotionen als krankheitsverursachende Faktoren

Die TCM kennt sieben emotionale Faktoren, die – wenn sie übermäßig, dauerhaft oder unterdrückt erlebt werden – den freien Fluss von Qi (Lebensenergie) und Blut stören können. Dies führt langfristig zur Schwächung der inneren Organe, insbesondere der sogenannten Zang-Organe (Herz, Leber, Milz, Lunge, Niere). Umgekehrt kann auch eine bereits bestehende Schwäche eines Organs die Entstehung bestimmter emotionaler Zustände begünstigen – ein klassisches Wechselspiel zwischen Psyche und Körper.

Die sieben pathogenen Emotionen im Überblick

Zorn (Frustration, Empörung, Verbitterung)

  • Betroffenes Organ: Leber

  • Qi-Reaktion: Stagnation oder aufsteigendes Qi

  • Typische Symptome: Reizbarkeit, Druckgefühl unter den Rippen, Kloßgefühl im Hals, Knoten in der Brust (z. B. Mamma), Zyklusstörungen

Freude (übermäßige Erregung, Begierde)

  • Betroffenes Organ: Herz

  • Qi-Reaktion: Unruhe des Herz-Qi

  • Typische Symptome: Herzrhythmusstörungen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Schlafprobleme, manisches Verhalten

Sorge (Überverantwortung, Überengagement)

  • Betroffene Organe: Lunge und Milz

  • Qi-Reaktion: Qi wird gebunden, Qi-Stagnation

  • Typische Symptome: Engegefühl im Brust- oder Oberbauchraum, flache Atmung, Appetitmangel, Blässe

Grübeln (ständiges Nachdenken, Überanalysieren)

  • Betroffenes Organ: Milz

  • Qi-Reaktion: Qi der Milz wird gebunden

  • Typische Symptome: Appetitlosigkeit, Verdauungsschwäche, Antriebslosigkeit, Erschöpfung

Emotionen ganzheitlich behandeln

In der TCM werden emotionale Dysbalancen nicht als reine „psychische Probleme“ verstanden, sondern als Störung der inneren Harmonie von Energie, Blut und Organfunktionen. Die Behandlung erfolgt individuell, z. B. durch:

  • Akupunktur, um blockiertes Qi wieder zum Fließen zu bringen

  • Chinesische Kräutertherapie, zur Stärkung geschwächter Organe

  • Tuina-Massagen, um Spannungen im Körper zu lösen

  • Qigong oder Atemübungen, zur emotionalen Regulation

  • Gespräche und Lebensberatung, zur Bewusstmachung psychischer Auslöser

Fazit

Emotionen sind nicht nur flüchtige Stimmungen, sondern können langfristig Gesundheit oder Krankheit beeinflussen. Die Traditionelle Chinesische Medizin bietet wirkungsvolle Wege, emotionale Belastungen zu erkennen, zu verstehen und auf körperlicher wie geistiger Ebene zu behandeln.