Erfahrungen
von Heidi H. aus der Ramsau
Ein interview mit einer 85 jährigen Patientin aus der Ramsau
Das Interviews können sie sich auch als Audiodatei anhören:
Ja, fangen wir mal an. Mein Mann ist vor etwa 5 Jahren gestorben. Wir waren 61 Jahre verheiratet. Er ist fast 100 Jahre alt geworden – es fehlten nur drei Monate. Wir haben ihn zu Hause gepflegt. Er war im Rollstuhl und komplett unbeweglich. Wir haben alles für ihn gemacht.
Es war eine schwere Zeit. Nach seinem Tod bin ich in ein tiefes Loch gefallen. Ich habe eine schlimme Gürtelrose bekommen. Diese wurde mit Pregabalin und anderen starken Medikamenten behandelt.
Doch nichts hat geholfen. Schließlich haben sie mich direkt in die Gürtelrose geimpft – insgesamt dreimal. Das waren aber alles Covid-Impfungen, also insgesamt fünf oder sechs Impfungen. Ich denke heute, das war ein Impfschaden. Ich bin noch tiefer gefallen, hatte unerträgliche Nervenschmerzen durch die Gürtelrose.
Eine Freundin meinte dann zu mir: „Geh doch mal nach Bad Reichenhall, da ist ein Heilpraktiker, ein Herr Chau. Vielleicht kann er dir helfen – denn so, wie du jetzt dran bist, rennst du nur von Arzt zu Arzt, nimmst Tabletten, aber nichts wird besser.“
Also habe ich angerufen, einen Termin bekommen – und so begann alles. Zuerst hat er sich eine ganze Stunde Zeit genommen, um mit mir über mein Leben und meine Vergangenheit zu sprechen. Ich glaube, er ist auch ein sehr guter Psychologe – das habe ich gleich gespürt. Er hat gezielt an den wunden Punkten angesetzt – genau da, wo es nötig war.
Ich bin jetzt seit zwei, zweieinhalb Jahren bei ihm in Behandlung. Wir haben Akupunktur gemacht, Schröpfen und vieles mehr – die Fachbegriffe kenne ich nicht alle. Aber es hat mir wirklich geholfen. Vor allem hat er mich langsam von den Medikamenten entwöhnt. Schritt für Schritt. Heute nehme ich nur noch Blutdrucktabletten – sonst nichts mehr.
Darf ich fragen, wie alt Sie sind?
85. Ich bin hart im Nehmen. Ich renne nicht wegen jeder Kleinigkeit zum Arzt. Und ich habe gemerkt: Es wurde besser und besser. Herr Cau hat mir auch Orthomol empfohlen – gute, unterstützende Mittel, keine Chemiekeulen. Er hat mich wieder auf die Beine gestellt.
Ich glaube, ich bin damals zur Tür hereingekrochen – und bin aufrecht wieder hinausgegangen. Er ist ein toller Gesprächspartner, sehr interessiert – auch an der Welt, an den Menschen.
Ich selbst bin besonders interessiert an Asien. Die Geschichte Vietnams, China – das alles hat mich fasziniert.
Erzählen Sie mal: Wo waren Sie überall?
Ich bin ziemlich herumgekommen. Ich habe Nepal von Ost nach West durchwandert, war in Klöstern, in der Nähe von Sir Hillarys Spuren. Nepal ist ein Traumland: Die Menschen, ihre Bescheidenheit, ihre Zufriedenheit – einfach beeindruckend. In Nepal habe ich meinen Überfluss abgelegt. Dort habe ich erkannt, was wirklich wichtig ist – und was nicht.
Wie lange ist das her?
Meine letzte Reise nach Nepal war 1997 nein, das war 2017. Das war meine letzte große Tour – meine letzten Viertausender.
Ich war bis dahin immer gesund, nie krank. Ich habe sogar mein Kind – salopp gesagt – „im Vorbeigehen“ geboren.
Die Pflege meines Mannes hat mich sehr gefordert. Irgendwann funktioniert man nur noch. Eigene Bedürfnisse rücken völlig in den Hintergrund. Ich war froh, wenn ich mich überhaupt noch gewaschen habe. Natürlich hatte ich Hilfe von der Diakonie, aber die Hauptarbeit – Tag und Nacht – blieb bei mir.
Mein Mann sagte dann: „Du fährst jetzt noch mal weg. Du bist noch gut beieinander. Wenn das eine nette Gruppe ist – fahr einfach!“ Wir hatten immer privaten Kontakt nach Nepal und organisierten alles selbst.
Unser nepalesischer Guide – Nima – kam regelmäßig zu uns. Wir haben ihm hier auf Almhütten eine Unterkunft organisiert. Natürlich alles etwas improvisiert: Sobald Kontrolle kam, hieß es: „Nima, ab in die Büsche!“ Aber es hat immer gut funktioniert. Die Flüge buchten wir selbst, die Route plante er gemeinsam mit uns – je nach Wunsch.
Er sprach sehr gut Deutsch und Englisch – für uns war Deutsch angenehm. Die Tour war traumhaft: zu Fuß von Kathmandu nach Pokhara – etwa 220 Kilometer. Wir starteten auf 2000 Metern, stiegen stetig höher bis zu einer Station auf 4000 Metern – dann ging es wieder runter. Immer wieder rauf und runter. Aber wir waren alle fit, niemand wurde höhenkrank. Es war einfach großartig.
Wir zelteten unterwegs. Die Frauen bekamen Einzelzelte. Zwei Männer mussten sich ein Zelt teilen – das war eine heitere Situation. Morgens gab es heißen Tee – mit dem wir uns auch gleich frisch machten. Das war ein besonderes Gefühl – mit einem heißen Waschlappen aus Tee den Körper zu reinigen.
Diese Erfahrungen haben die Verbindung zu Asien in mir gestärkt.
Und Herr Chau?
Er ist ein echter „Venenflüsterer“. Und vor allem: Er hört zu. Er fühlt mit. Er versteht. Nicht wie in vielen Arztpraxen, wo man nur eine Nummer ist und gleich mit vier Tabletten abgespeist wird.