SCHRÖPFEN
Schröpfen in der TCM – Tiefenwirksame Ausleitung und Energieharmonisierung
Inhaltsverzeichnis:
Einleitung
Das Schröpfen ist eine jahrtausendealte Heilmethode, die in vielen Kulturen bekannt ist, aber vor allem in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) eine wichtige Rolle spielt. Dabei werden Glaskugeln oder Schröpfgläser auf die Haut aufgesetzt, um durch Unterdruck eine Saugwirkung zu erzeugen. Ziel ist es, Stagnationen zu lösen, den Qi-Fluss zu harmonisieren und Schlackenstoffe auszuleiten.
Historischer Ursprung des Schröpfens
Schröpfen wurde bereits im alten Ägypten, Griechenland und China praktiziert. In der chinesischen Medizin ist es seit über 2.000 Jahren dokumentiert. Ursprünglich wurden Bambusgefäße oder Tierhörner verwendet, heute kommen moderne Schröpfgläser zum Einsatz.
Schröpfen in der Traditionellen Chinesischen Medizin
In der TCM gilt Schröpfen als Methode zur Ausleitung pathogener Faktoren wie Kälte, Feuchtigkeit oder Hitze. Es wird bei Qi- und Blut-Stagnationen eingesetzt, vor allem bei Schmerzen und chronischen Beschwerden. Die Behandlung erfolgt häufig auf dem Rücken entlang der Blasen-Meridiane.
Techniken und Schröpfmethoden
Es gibt verschiedene Arten des Schröpfens:
Trockenes Schröpfen: Schröpfgläser werden auf die Haut aufgesetzt, um lokale Stauungen zu lösen.
Blutiges Schröpfen: Nach leichtem Anritzen der Haut wird Blut ausgeleitet (nur von geschultem Fachpersonal durchzuführen).
Schröpfmassage: Schröpfgläser werden über eingeölte Haut gezogen – fördert Durchblutung und Lymphfluss.
Feuerschröpfen: Mit einer Flamme wird kurzzeitig Hitze im Glas erzeugt, um Unterdruck zu schaffen.
Physiologische und energetische Wirkungsweise
Die Saugwirkung hat vielfache Effekte:
Lokale Durchblutungssteigerung
Anregung des Lymphflusses
Lösung muskulärer Verspannungen
Entgiftung über die Haut
Anregung innerer Organe über Reflexzonen
Energetische Entlastung von Füllezuständen
In der TCM wird Schröpfen gezielt zur Regulation von Yin und Yang sowie zur Beseitigung von „Xie Qi“ (krankmachenden Faktoren) eingesetzt.
Anwendungsgebiete des Schröpfen
Schröpfen wird bei zahlreichen Beschwerden eingesetzt:
Rücken- und Nackenschmerzen, Verspannungen
Kopfschmerzen, Migräne
Asthma, chronische Bronchitis
Verdauungsbeschwerden
Menstruationsschmerzen
Immunschwäche und Erschöpfungssymptome
Ablauf einer Schröpfbehandlung
Nach einer kurzen Anamnese wählt der Therapeut die passenden Zonen und Schröpfmethode. Die Gläser werden mit Unterdruck aufgesetzt und verbleiben 10 bis 15 Minuten auf der Haut. Bei der Schröpfmassage wird das Glas langsam bewegt. Nach der Behandlung sollte der Patient warm gehalten werden.
Sicherheit und Nebenwirkungen
Schröpfen gilt als sehr sicheres Verfahren, wenn es fachgerecht angewendet wird. Mögliche Reaktionen:
Rötungen oder bläuliche Flecken (kein Grund zur Sorge)
Leichte Sensibilität der Haut
Selten Kreislaufreaktionen
Nicht geeignet ist Schröpfen bei Hauterkrankungen, offenen Wunden, akuten Entzündungen oder bei starker Blutungsneigung.
Kombination mit anderen TCM-Verfahren
Schröpfen wird häufig mit Akupunktur, Tuina oder Moxibustion kombiniert. So lassen sich synergistische Effekte erzielen, insbesondere bei chronischen Schmerzzuständen oder energetischen Stauungen.
Fazit
Schröpfen ist eine tiefenwirksame, regulierende Methode der TCM, die sowohl lokal als auch ganzheitlich wirkt. Sie aktiviert Selbstheilungskräfte, löst Blockaden und unterstützt die Ausleitung belastender Substanzen. In der richtigen Indikation und fachkundig angewendet ist sie ein wertvolles Werkzeug der naturheilkundlichen und energetischen Medizin.